Pfarrverband Amerang
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Patenschaften für Studentinnen und Studenten der kirchlichen Hochschule im Bistum Boma

 

In die kirchlichen Hochschule in Boma, die von Pfarrer Dr. Placide Khonde geleitet wird, haben sich 200 neue Student_innen eingeschrieben. Für 10 Interessierte, deren Eltern sich die Studiengebühr in der Höhe von umgerechnet 35 $ nicht leisten konnten, haben Freunde und die Famillie von Georg Kronast die Kosten übernommen.

 

Jetzt ist eine Art Patenschaft für bedürftige Student_innen geplant, um ihnen ein Studium zu ermöglichen. Die Aussicht auf einen Arbeitsplatz mit einem Abschluss dieser Hochschule ist gut.  


 

Mangobaum

 

Vertretung 2015 - Auszüge aus dem Vortrag

 

2015 hat Pfarrer Dr. Placide Khonde (72) wieder die Urlaubsvertretung im Pfarrverband Amerang Evenhausen Schonstett übernommen. Er ist vom kühlen Boma, mit Temperaturen unter 20°C ins heiße Bayern gereist. In seinem Vortrag in Amerang hat er neue Bilder gezeigt und über die Entwicklung der Projekte im Bistum Boma, im Kongo berichtet, die er mit Spendengeldern finanziert.

 

 

Frühlingszwiebeln

 

Außer der Hochschule gibt es einen landwirtschaftlichen Lehrbetrieb für Gartenbau und Tierhaltung.

 

Amaranth wächst schnell und wird wie Spinat zubereitet

 

Im landwirtschaftlichen Betrieb ist auf eine kanadische Schweinerasse umgestellt worden, die mit gleich viel Futter, wie die einheimische Rasse schneller wächst. Sie wiegt nach 1 ½ Jahren 3 Zentner. Die alte Rasse ist in dieser Zeit nur 80 kg schwer geworden und sehr fett. Interessierte sind zu einer  Besichtigung eingeladen worden und haben Kostproben von einem Gericht aus dem Fleisch von der neuen Rasse erhalten.

 

 

Heuer waren 600 Studentinnen und Studenten an der Hochschule, 120 haben ihr Diplom gemacht, die meisten in Krankenpflege. Sie finden leicht Arbeit, weil sie eine gute theoretische und praktische Ausbildung haben. Sie verdienen aber am Anfang so wenig, dass sie noch bei ihren Eltern leben müssen.

 

 


 

Brief von Pfarrer Placide Khonde

 

Liebe Freunde,


Die wirtschaftliche und soziale Lage unserer unterentwickelten Länder zu verbessern ist eine schwere Aufgabe. Wegen der anhaltenden politischen Unsicherheit, trauen sich die Investoren nicht, Fabriken und Firmen zu gründen, die Arbeitsplätze hätten schaffen können. 

 

Noch dazu die stets galoppierende demographische Entwicklung. Die Stadt Boma, die früher 250.000 Einwohner hatte, hat jetzt fast die 500.000 erreicht. Die große Mehrheit davon bilden arbeitslose Jugendliche. Wir, die wir schon den Lebensstandard anderer Völker gesehen haben, leiden in der Tiefe unserer Herzen unter dieser „Sackgasse“ (ausweglosen Situation) unseres Volkes. Wir suchen so gut wir es können nach vorübergehenden Lösungen, bei denen keine großen finanziellen Mittel erforderlich sind und die trotzdem den Menschen helfen, das Lebensnotwendige zu haben.

 

Nach meinem Biologiestudium im Ausland habe ich folgende Lage vorgefunden: die Zwiebeln, die die Bewohner von Boma und Umgebung verbrauchen, müssen aus dem Ausland importiert werden.

1987 habe ich dann selber Zwiebeln angebaut und sogar in die Kirche mitgebracht, damit alle wissen, dass auch unser Boden für den Anbau von Zwiebeln sowohl für den eigenen Bedarf als zur Versorgung der benachbarten Länder geeignet ist. Derzeit praktizieren viele Familien den Zwiebelanbau und können auf diese Weise das eine oder das andere finanzielle Problem lösen. Leider ist diese Kultur nur saisonal.

 

Im selben Jahr (1987) hatte ich auch mit Schweinezucht im Schweinestall angefangen. Denn die Leute hatten bis zu dem Zeitpunkt die Zucht im Freiland praktiziert – mit all den damit verbundenen Risiken wie Diebstahl, Epidemien, oder dass die unterernährten Tiere nicht die für den Markt erforderliche Größe erreichten. Meinem Beispiel folgend haben viele Leute auch angefangen, im Schweinestall zu züchten, und sie bemühen sich, die Tiere richtig zu ernähren. Nur die einheimische Rasse entwickelt sich zu langsam und kann nicht die geeignete Größe in kurzer Zeit erreichen. Jetzt hat eine NGO uns eine geeignete kanadische Rasse vorgeschlagen, die innerhalb von einem Jahr das Gewicht von 150 bis 200 kg erreichen kann.

 

 

Nun habe ich ein Problem: Damit die Tiere sich schnell vermehren und viele davon profitieren, brauche ich ein Kapital für das Futter, für die Erweiterung des Stalls und für die Gehälter vom Personal. Natürlich versuche ich, anzufangen mit den geringen Mitteln vom derzeitigen Schweinestall, aber eine Hilfe von bis 3.000 US Dollar wäre notwendig für eine rasche Verbreitung der Rasse und für die Anschaffung von männlichen Zuchttieren.

 

 

Gewiss: Meine Freunde machen schon viel, um meine Arbeit zu unterstützen, aber ich habe keine andere Wahl, wenn manche Ziele schneller erreicht werden müssen. Denn wir haben über 50 kleine Züchter gezählt, die sich ein männliches Zuchttier von der neuen Rasse wünschen… WAS SOLL ICH TUN?

Seht, liebe Freunde, das ist ein Aspekt von meinen aktuellen Problemen …

Ihr

Placide

 

 

 

 

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